Viele Unterrichtsmaterialien sind im Bereich der Rechtschreibung recht knapp gehalten. Insbesondere Schüler mit Lernschwierigkeiten haben dann nicht ausreichend Gelegenheit, die verschiedenen Rechtschreibstrategien einzuüben. Daher bietet es sich an, mit gezieltem Übungsmaterial in der Hausaufgabenzeit nachzuhelfen. Insbesondere im Kernbereich der Rechtschreibung, der Orthografie (siehe 3.), lassen sich mit täglich 1-2 Arbeitsblättern beachtliche Fortschritte erzielen. Dies habe ich in einer dritten und vierten Grundschulklasse selbst erfahren. Dazu sollte allerdings eine Zeit von ca. 1,5 bis 2 Schuljahren eingeplant werden. Auch in einer fünften und sechsten Klasse kann das nicht viel schneller erfolgen, da es ein einübendes Verfahren ist, das seine Zeit braucht, bis das Regelwissen in Fleisch und Blut eingegangen ist und alle Rechtschreibregeln abgearbeitet sind. Gerade bei der Orthografie, aber auch in der Morphematik, sind die Arbeitsblätter relativ einfach und selbsterklärend, so dass die Schüler ohne weitere Unterstützung allein arbeiten können. Nur zu Anfang eines neuen Regelbereichs muss eine Erklärung – dann für die ganze Klasse – vorgenommen werden. Danach wird in diesem Regelbereich über mehrere Wochen hinweg mit Arbeitsblättern gearbeitet (siehe 3.).
Anders ist es bei Schwierigkeiten im alphabetischen Bereich (siehe 2.), also der Zuordnung von Lauten und Buchstaben, bzw. Verwechslungen zwischen b und p, g und k etc. Dabei geht es um zielgerichtetes Hören, der Hörverarbeitung und dem lautgetreuen Verschriften. Hier ist zumindest anfangs eine längere Phase intensiver und individueller Betreuung notwendig.
Mit den folgenden Komponenten habe ich in den vergangenen 10 Jahren erfolgreich die Rechtschreibleistung von Schülern der Vorschule bis zur Sekundarschule diagnostiziert und gezielte Fördermaßnahmen durchgeführt. Die wichtigste Maßnahme ist zunächst die Feststellung eventueller Defizite mit Hilfe einer geeigneten Diagnostik. Wer sich hier einarbeiten möchte, um den Lernstand seiner Klasse kennenzulernen, ist mit den Werken von Peter May (siehe 1.) gut bedient. Sie decken eine Lernstandserhebung von Mitte der 1. Klasse bis zum Ende der 9. Klasse gut ab. Wem das alles zu kompliziert ist, der sollte sich an den Lernserver der Uni Münster halten und denen die Auswertung überlassen. Dann bekommt er auch gleichzeitig eine Übersicht der für jeden Schüler notwendigen Übungssequenzen.
In der Grundschule bietet es sich an, die verschiedenen Bereiche der Rechtschreibung sukzessive abzuarbeiten (siehe 3.).
Eine wichtige Grundlage zum Verständnis unserer Sprache stellen die Wortstämme mitsamt ihren Präfixen und Suffixen dar. Für diesen Bereich hat Jürgen Walter umfangreiches Material erstellt und in seinem Fördernetz veröffentlicht (siehe 4.).
1. Dr. May, Landesinstitut für Lehrerbildung und
Schulentwicklung, Hamburg (
http://www.peter-may.de/Komponenten/hsp.htm)
2. Prof. Schneider, Fr. Dr. Küspert, Uni Würzburg (
http://www.phonologische-bewusstheit.de/programm.htm)
3. Prof. Schönweiss, Uni Münster (
http://www.lernserver.de/coRED/static/ar…e.php?cat=2:2:2)
4. Prof. Walter, Uni Flensburg (
http://193.174.11.180/foenet/projekte.htm)