Aus einer Diskussion der Mailingliste Deutschunterricht, die man hier abonnieren kann:
www.schule-deutsch.de 1/2004:
Demnächst möchte ich in einer 10. Klasse das Thema "Nachrichten"
behandeln.
Unter anderem stelle ich mir vor, dass die Lernenden durch die Analyse
von Nachrichtensendungen mit seriösem bzw. Boulevardcharakter die
Unterschiede zwischen eben diesen beiden Sparten herausfinden und in
einem weiteren Schritt selbst eine imaginäre Mininachrichtensendung
erstellen sollen.
Ich plane, dazu die Klasse in zwei bzw. vier Gruppen (= Redaktionen)
aufzuteilen, die dann aus vorgegebenen Meldungen diejenigen auswählt,
die am besten zu der von ihnen zu erstellenden Nachrichtensendung passt.
Konkret bedeutet dies, dass die seriöse Redaktion vorwiegend Meldungen
aus Politik und Wirtschaft verarbeitet, während die Boulevardredaktion
zwar Politik und Wirtschaft behandelt, dies aber eher oberflächlich und
reißerisch tut und sich ansonsten auf Klatsch und Tratsch aus der Welt
der Promis konzentriert.
Die Lernzielkontrolle erfolgt in Form der Präsentation der jeweiligen
Mininachrichtensendungen.
Ich habe nun folgende Fragen:
1. Ich habe vor, auf Originalmeldungen von Online-Tickern diverser
Zeitungen (RZ-Online, Bild, etc.) zurückzugreifen und diese den Schülern
(evtl. zusammen mit weiteren, erfundenen Meldungen) zur Verfügung zu
stellen. Die Lernenden sollen also im Rahmen ihrer Arbeit ruhig auch die
reine Kurzmeldung entweder auf seriöse bzw. reißerische Art zu einer
richtigen, in den Nachrichten verwendbaren Meldung ausarbeiten. Denken
Sie, das funktioniert? Oder wäre es ratsamer, sich nur auf die Auswahl
der Meldungen zu beschränken?
Evtl. wäre es ja auch denkbar, bei vier Gruppen (je zwei seriös bzw.
Boulevardniveau) die jeweils eine seriöse bzw. Boulevardredaktion nur
mit der Meldungsauswahl und die jeweils andere mit dem Ausarbeiten der
Meldungen zu beauftragen. Das Problem wäre hierbei allerdings die Zeit
und die ungleiche Arbeitsbelastung. Was denken Sie?
2. Ist Ihnen geeignete Literatur (gerne auch online) zu diesem Thema
bekannt? Ich habe bereits gründlich recherchiert und mir ein paar Titel
bestellt, allerdings werden sie mir erst in einigen Tagen geliefert.
...
Im Prinzip gute Idee!
Ich würde darauf achten,
- dass die Redaktionen aus höchstens 4-5 Schülern bestehen (Textproduktion
wird bei mehr Mitgliedern schwierig)
- wichtig ist die Bestimmung eines Chefredakteurs/Gruppe
Mögliche Varianten:
- jede Gruppe sollte entweder mehrere Ressorts bearbeiten
- oder jede Gruppe sollte ein eigenes Ressort (Politik, Wirtschaft, Sport,
Feuilleton, "Vermischtes") bearbeiten, sodass sich dannn am Ende eine
vollständige Nachrichtensendung ergibt.
- Denkbar wäre auch, dass sich die Gruppen nach einer ersten
ressortspezifischen spezialisierten Arbeitsphase neu aufteilen, sodass jede
Gruppe aus Ressortspezialisten besteht, die sich dann auf die Meldungen
einer Nachrichtensendung einigen müssen. Das käme der Realität einer
Nachrichtenredaktion wohl am nächsten.
DieSpezialgruppen könnten sich auch selbst die Tickermeldungen aus dem
Internet suchen.